Die globale Pandemie hat zu grossen Umstürzen in Wirtschaft, Gesellschaft und Lifestyle geführt. Aber welche Auswirkungen hatte COVID-19 auf die Nahrungsmittel-Branche und welche nachhaltigen Veränderungen zeichnen sich am Horizont ab? Finde heraus, was Gastronomen bei der Anpassung an die „neue Normalität“ beachten müssen.
Von Anfang an hat die Pandemie zu globalen Veränderungen im Verbraucherverhalten geführt, was direkte Auswirkungen auf lokale Restaurants und Lebensmittel-Anbieter hatte.
Verbraucher kaufen Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukte immer mehr direkt bei Bauernhöfen in ihrer Nähe. Das ist eine der grössten Veränderungen im Zuge der Pandemie. Während es in Lebensmittelgeschäften zu Versorgungsengpässen kam, konnten Hofläden Kunden vor Ort einen stetigen Strom frischer Waren anbieten.
Viele lokale Bauernhöfe bieten jetzt auch schnelle Lieferungen nach Hause oder kontaktlose Abholung mit beeindruckend kurzen Vorlaufzeiten – ein entscheidender Vorteil für Personen, die gesundheitlich gefährdet sind oder daheim unter Quarantäne stehen. Lebensmittelgeschäfte hingegen konnten mit der Nachfrage nicht Schritt halten, sodass viele wochenlang keine geeignete Liefermöglichkeit hatten.
Ein weiterer grosser Vorteil lokaler Produkte ist, dass die Verbraucher wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. Das gibt ihnen nicht nur ein sicheres Gefühl, wenn es darum geht, Engpässe in besonders betroffenen Regionen zu vermeiden, sondern hilft ihnen auch, zur lokalen Wirtschaft beizutragen und lokale Geschäfte zu unterstützen, die sonst den Sturm vielleicht nicht hätten überstehen können.
Es ist kein Geheimnis, dass die Gastronomie – und das Gastgewerbe als Ganzes – von den COVID Lockdown Massnahmen stark betroffen ist. Viele Gastronomen haben ihr Geschäftsmodell jedoch schnell angepasst, um Kunden flexiblere und pandemiefreundliche Speisemöglichkeiten zu bieten. Dies hat zu einem Anstieg und zu neuen Trends der Take-away- und Lieferservice-Branche geführt. Aber nicht nur Fast-Food Lokale haben umgestellt, sondern auch gehobenere Restaurants.
Zwar können die Provisionsgebühren der Lieferservice-Anbieter (oft bis zu 30 Prozent) für viele Gastronomen erst einmal abschreckend sein, aber es gibt durchaus Positives zu vermelden. Viele Lieferdienste passen ihre Geschäftsmodelle an, indem sie ihre Gebühren reduzieren oder ganz streichen bzw. sich für eine pauschale Abo-Option entscheiden, damit Restaurants ihre Gewinnmargen verbessern können.
Aber wie sieht es mit der Lebensmittelhygiene aus? Die meisten Restaurants haben strenge Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften eingeführt, um sowohl Mitarbeitende als auch Gäste zu schützen – und zwar in allen Bereichen von der Beschaffung über die Zubereitung bis hin zum Service. In China haben Food-Service-Betreiber wie McDonald's kontaktlose Abholoptionen eingeführt, bei denen die Kunden keinen direkten Kontakt zu den Mitarbeitenden haben.
Viele internationale Ketten wie McDonald's, Subway, KFC und Burger King waren gezwungen, Filialen zu schliessen. Kleine, unabhängige Betriebe, konnten diese Gelegenheit beim Schopf ergreifen, um die entstandenen Lücken zu füllen. Diese Unternehmen sind agiler und flexibler, denn sie beschäftigen weniger Mitarbeitende (oft Familienangehörige) und können daher auch schnell reagieren, um neue Kundenwünsche zu erfüllen. Mund-zu-Mund Propaganda wirkt sich positiv auf den Erfolg dieser kleineren Betriebe aus und viele Kunden bleiben ihnen auch nach Ende des Lockdowns treu.
Auch nach Ende der Pandemie wird die Lebensmittel- und Personalsicherheit weiter grossgeschrieben werden. Obwohl es keine Beweise für eine COVID-19-Übertragung durch Lebensmittel oder Lebensmittelverpackungen gibt, müssen Restaurants auch in Zukunft strikte Hygienemassnahmen befolgen, um Mitarbeitende und Gäste gleichermassen zu schützen.