Ist der Lohn der Hauptmotivator von Hotelfachschülern und Hotelmanagement Absolventen?
Nicht nach den YHS EMPLOYER RANKINGS 2018, einer Umfrage, die darauf abzielt, die Arbeitsplatzwahrnehmung und -präferenzen von Hotelfachstudenten in Bezug auf die Beschäftigung zu definieren, und die im Zusammenhang mit dem Young Hoteliers Summit (YHS) durchgeführt wird, einer jährlichen Veranstaltung an der Ecole hôtelière de Lausanne (EHL), die Studentendelegierte führender Hotelfachschulen und einflussreiche Akteure der Branche aus der ganzen Welt zusammenbringt.
Tatsächlich belegt " Guter Lohn " laut der Umfrage unter über 1'700 Hotelfachschülern und Hotelmanagement Absolventen nur den siebten Platz auf der Liste der Motivationsfaktoren für Studierende - dahinter:
Unterdessen wurden "Gutes Gehalt" nur von 65% der Befragten und "Arbeitsplatzsicherheit" - mit 60% - noch weiter unten auf der Liste genannt. Bedauerlicherweise stand "Corporate Social Responsibility (CSR) des Unternehmens" mit nur 44% der Befragten an letzter Stelle der Liste.
Interessanterweise haben Alumni mit mehr Berufserfahrung dem Motivationsfaktor "Empowerment und Verantwortung" mehr Bedeutung beigemessen als aktuell Studierende.
In vielerlei Hinsicht bestätigen diese Ergebnisse das weit verbreitete Bild von Millenials, die erkennen, dass "ein Job fürs Leben" der Vergangenheit angehört
Seit einigen Jahren gibt es Bedenken, dass Hotelfachschüler nicht wirklich motiviert sind, nach ihrem Abschluss direkt im Gastgewerbe zu arbeiten.
Tatsächlich haben immer mehr Studenten - insbesondere leistungsstarke Akademiker - versucht, in anderen Bereichen zu arbeiten, die jedoch mit der Hospitality Industrie verbunden sind: wie etwa Beratung und Immobilien. Und einige Studienabsolventen sind sogar direkt in Banken oder Private Equity-Fonds eingestiegen.
Tatsache ist, dass die in einer Hotelfachschule erworbenen Fähigkeiten auf viele Bereiche der Dienstleistungswirtschaft übertragbar sind.
Schliesslich geht es bei den meisten Bankenjobs um Kundenbeziehungen, nicht darum, ein finanzielles "Genie" zu sein.
Nach Gesprächen mit einigen jungen Auditmanagern von PwC, einer der vier grossen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, wurde vor einigen Jahren festgestellt, dass sie für Auditteams lieber Hotelfachschüler als BWL-Absolventen einstellen.
Begründet wurde dies damit, dass die Absolventen der Hotelfachschule wissen, wie man sich in einem professionellen Umfeld kleidet und verhält; sie wissen auch durch ihre Praktikumserfahrung, was es heisst, für einen Chef zu arbeiten.
Ausserdem wurde der Eindruck erweckt, dass Absolventen von Hotelfachschulen konkretere Vorstellungen von Buchhaltung haben als Absolventen von Business Schools, denen viel Theorie ohne viel praktische Anwendung vermittelt worden war.
Tatsächlich zeigten die Ergebnisse der YHS-Umfrage eine stabile Befürwortung der Berufe im traditionellen Gastgewerbe, wobei 80% der Befragten entweder "extrem motiviert" oder "etwas motiviert" sind, um eine Beschäftigung in der Hospitality Branche zu suchen, und nur 10% sagen, dass sie für die Branche unmotiviert sind.
Die meisten Teilnehmer antworteten, dass sie "extrem" oder "etwas" motiviert seien, im Hotel Consulting Bereich zu arbeiten, aber der Gesamtanteil von 70% war geringer als beim traditionellen Gastgewerbe.
Auch beim Interesse an einer Tätigkeit im Hotel Consulting gibt es einen signifikanten Unterschied zwischen positiven und negativen Reaktionen.
Im Jahr 2018 äusserten mehr Befragte wenig oder gar keine Motivation für eine Karriere in der Beratung als in den Vorjahren, und die Motivation für die Beratung nahm generell ab, da auch die positiven Werte leicht zurückgingen.
OTAs (Online-Reisebüros) sind seit einigen Jahren ein heiss diskutiertes Thema in der Hotellerie. Trotz der Attraktivität, für führende Technologieunternehmen wie Booking Holdings und Expedia zu arbeiten, zeigte die jüngste YHS-Umfrage ein nachlassendes Interesse an der Branche.
Befragte, die "extrem" oder "etwas" motiviert waren, für eine OTA zu arbeiten, sanken von 42% im Jahr 2016 auf derzeit 37%, während diejenigen, die "extrem" oder "etwas" unmotiviert waren, von 27% vor zwei Jahren auf 33% stiegen.
Bemerkenswert ist, dass der Prozentsatz der Befragten, die "äusserst" interessiert an einer Anstellung bei einem Start-up sind, stark zurückgegangen ist, und zwar von 41% im Jahr 2017 auf derzeit nur 28%.
Insgesamt waren 55% der Befragten "extrem" oder "etwas" motiviert, eine Berufstätigkeit in anderen Branchen aufzunehmen.
Studenten, die motiviert waren, in anderen Branchen als dem Gastgewerbe zu arbeiten, erwähnten: Eventmanagement (75%), die Luxus-/Modebranche (59%), das Bankwesen 51% und das Gesundheitswesen (44%) am häufigsten.
Dennoch kann das Eventmanagement als Teil des traditionellen Gastgewerbes betrachtet werden, allerdings waren sich viele Teilnehmer über diese Unterscheidung offenbar nicht einig.
Andere Branchen, die erwähnt wurden, wie Fluggesellschaften, Gesundheitswesen und Immobilien, haben ebenfalls einen signifikanten Bezug zu der Hotellerie und Gastronomie.
Von den Teilnehmern, die derzeit in der traditionellen Hospitality Branche arbeiten, waren 91% der Befragten während ihres Studiums bereits "extrem" oder "etwas" motiviert, in derselben Branche zu arbeiten.
Ansonsten arbeiten 76% derjenigen, die "extrem" oder "etwas" motiviert waren, als Studenten im Hotel Consulting zu arbeiten, nun auch als Absolventen in dieser Branche.
Für das Online-Reisebüro (OTA) und die Start-up-Branche des Gastgewerbes waren 80% bzw. 70% der Befragten, die in diesen Branchen tätig waren, als Studenten "extrem" oder "etwas" motiviert.
Abschliessend sei darauf hingewiesen, dass 29% der Alumni in anderen Branchen als dem Gastgewerbe arbeiten.