Ob du von deiner Zimmergenossin völlig begeistert bist oder deinen Mitbewohner nicht ausstehen kannst – es ändert nichts an der Tatsache, dass mindestens ein Semester lang irgendwie miteinander klarkommen müsst. Zum Glück für alle Beteiligten ist Streit zwischen Zimmergenossen die seltene Ausnahme.
Trotzdem: Die Vorstellung, ein halbes Jahr lang mit einem wildfremden Menschen zusammenzuleben, kann beängstigend sein. Aber mit ein bisschen Glück entsteht daraus eine lange Freundschaft. Wir verraten dir, wie das gelingt.
1. Erwartungen – bleib auf dem Teppich
Eins vorweg: Ihr werdet nicht von Anfang an beste Freundinnen oder Freunde sein. Senk deine Erwartungen. Geh nicht davon aus, dass ihr euch auf den ersten Blick total sympathisch seid. Dein Ziel sollte es sein, dass ihr miteinander klarkommt. Wenn ihr beide die Zeiteinteilung des anderen respektiert, eine gute Kommunikation pflegt und euch nicht gegenseitig beim Lernen stört, ist schon viel gewonnen. Da du jetzt weisst, dass ihr nicht unbedingt dicke Freunde sein müsst, kannst du ganz entspannt an das Zusammenleben herangehen – der Rest kommt ganz von selbst.
2. Suche nach Gemeinsamkeiten
Das ist der einfachste Weg, das Eis zwischen euch zu brechen. Vielleicht studiert ihr beide Hospitality-Management oder macht gern Yoga? Das Finden von Gemeinsamkeiten hilft, einander besser kennenzulernen. Ihr könnt z. B. zusammen zum Yoga gehen und euch nachher noch einen Smoothie gönnen. Solche zwanglosen gemeinsamen Aktivitäten können den Weg zu einer harmonischen Beziehung ebnen.
Andere einfache „Eisbrecher“ sind Komplimente. Vielleicht gefällt dir ja der Modestil deiner Mitbewohnerin? Oder du bewunderst das sportliche Können deines Zimmergenossen? Sag es ihnen einfach!
3. Setz deine Grenzen
Einige Studenten legen sich total ins Zeug und wollen die Harmonie auf dem Zimmer förmlich erzwingen. Doch diese Strategie wird sich bis zum Ende des Semesters rächen. Ihr zwei müsst einen Weg finden, um zusammenzuleben. Und das geht nicht ohne Kompromisse. Wenn du gern um 22 Uhr ins Bett gehst, erzähl nicht, dass du eine Nachteule bist. Wenn du zum Lernen Ruhe brauchst, bitte deinen Zimmergenossen, mit Kopfhörern Musik zu hören.
Dir ist es unangenehm, gleich am Anfang bei jemandem, den du gerade erst kennengelernt hast, Grenzen zu setzen? Dann solltest du wissen, dass es viel einfacher ist, gleich Klartext zu reden, als sich erst mit etwas einverstanden zu zeigen und es dann wieder zurückzunehmen.
4. Finde eigene Interessen
Selbst wenn ihr wunderbar miteinander auskommt, braucht jeder von euch auch mal Zeit für sich selbst. Auch wenn du dir Zeit nehmen solltest, deine Mitbewohnerin oder deinen Zimmergenossen kennenzulernen und etwas gemeinsam zu unternehmen, darfst du dabei nicht deine eigenen Interessen vergessen. Nimm an Treffen von Clubs teil, denen du vielleicht beitreten willst, spiel probeweise bei einer Sportmannschaft mit – und vernachlässige nicht dein Studium! Ihr beide seid zufällig zusammengekommen und braucht beide Zeit für euch allein. Wenn du schon im ersten Jahr an der SSTH deinen Interessen aktiv nachgehst, ist das ideal, damit ihr euch nicht ständig auf der Pelle hockt.
Deine Mitbewohnerin oder dein Zimmergenosse wird es zu schätzen wissen, wenn du noch weitere Freunde hast und Interessen neben eurem Zusammenleben verfolgst. Du wirst darüber besonders froh sein, wenn du trotz aller Bemühungen feststellen musst, dass ihr beide einfach nicht auf einer Wellenlänge seid.
5. Macht trotzdem etwas zusammen
Lad deine Zimmergenossin oder deinen Mitbewohner ab und zu zu gemeinsamen Aktivitäten ein, wie einen Einkaufsbummel oder zum Abendessen in der Stadt. Das hilft, eventuelle Spannungen zwischen euch beiden abzubauen. Und wenn ihr ausserhalb eures „trauten Heims“ etwas zusammen unternehmt, kann euch das auch näher bringen.
6. Redet miteinander
Die meisten Probleme zwischen Zimmergenossen gehen auf die Kommunikation zurück. Sofern du nicht deine Schulzeit im Internat verbracht hast, wirst du auf der Höheren Fachschule das erste Mal mit jemandem zusammenleben, der nicht zu deiner Familie gehört. Und du wirst das erste Mal in deinem Leben auf gute Kommunikation vertrauen müssen, um Probleme zu lösen. Deine kleine Schwester kannst du vielleicht zusammenstauchen, weil sie das Bad blockiert – aber bei deiner neuen Mitbewohnerin oder deinem Zimmergenossen ist das keine gute Idee.
Ist der andere introvertiert oder hält seine Meinung hinterm Berg (sie oder er sagt dir vielleicht, du könntest ruhig eine Party feiern, ist dann aber am nächsten Tag total beleidigt), dann solltest du am besten fragen, was für sie oder ihn OK ist. Sind seine oder ihre Bedürfnisse angemessen, solltest du sie respektieren, statt dich nachher von ihrer oder seiner schlechten Laune runterziehen zu lassen.
Kommunikation ist immer wechselseitig. Wenn der andere dich bittet aufzuräumen, weil später seine Studiengruppe vorbeikommt, solltest du diesem Wunsch nachkommen.
Wenn du diese Tipps befolgst, wirst du das Zusammenleben nicht nur irgendwie überstehen, sondern vielleicht sogar einen guten Freund oder eine gute Freundin gewinnen.